Mineralogie - Petrographie

Mineralogie-Petrographie: Übersicht über die Sammlungen

 

Systematische Mineraliensammlung (ca. 50'000 Katalognummern)

Die systematische Mineraliensammlung ist der Hauptteil der mineralogisch-petrographischen Sammlungen und zu 100% digital erfasst. Am bedeutendsten sind die alpinotypen Mineralien der Schweiz, Mineralien der Grube Lengenbach sowie weiterer Schweizer Lokalitäten (ca. 2500 Fundstellen aus der Schweiz).

Weitere stark vertretene Regionen und Länder sind die U.S.A. (~800 Fundstellen), Deutschland (~650), Italien (>400), Frankreich (>250), Mexiko (~200), Oesterreich (165), die Tschechische Republik und die Slowakei (zusammen ~180 Fundstellen) und Rwanda (36). In der Sammlung befinden sich rund 1000 geschliffene Edelsteine.

 

Meteoriten und Impaktgesteine

Der wichtigste Teil der Meteoritensammlung sind die Hauptmassen der Schweizer Meteoriten Rafrüti (17 kg, Fund, anomales Eisen), Utzenstorf (3.8 kg, gewöhnlicher Chondrit H5, beobachteter Fall 16.08.1928), Twannberg (>20 kg, seltener Eisenmeteorit des Typs IIG) und eines der grössten Proben des Meteoriten Ulmiz (28 g, gewöhnlicher Chondrit H5, Fall 25.12.1926).

Eine Liste der Meteoritenproben  in der Sammlung ist hier erhältlich (pdf).

Während 12 Meteoritensuchkampagnen im Oman zwischen 2001 und 2013 wurden fast 6000 Meteoritenproben gesammelt. Diese Meteoriten sind in der Oman-Meteoriten-Spezialsammlung zusammengefasst. Das Projekt "Meteoriten-Akkumulationen in Arabien" ist hier detaillierter beschrieben.

Die Sammlung von Impaktgesteinen umfasst Auswurfmaterial (vor allem Oberjura-Kalkblöcke und geschockte Quarzkörner) aus eine Horizont in den fluvioterrestrischen Mergeln der Ostschweizer Oberen Süsswassermolasse bei St. Gallen. Dieses Material stammt mit grosser Wahrscheinlichkeit aus dem Miozänen Ries-Impaktkrater in Süddeutschland. Weitere Impaktitproben stammen u.a. aus den folgenden Kratern: Popigai (Russland), Siljan (Schweden), Dellen (Schweden); Ries (Deutschland), Steinheim (Deutschland), Sääksjärvi (Finnland), Sudbury (Kanada), Vredefort (South Africa), Wabar (Saudi Arabien).

 

Erz-Sammlung (ca 5000 Proben)

Eine Sammlung von Schweizer Erzen enthält Proben von Minen und Schürstellen. Gut repräsentierte Gebiete sind das Juragebirge und die Berner und Walliser Alpen. Die Sammlung umfasst auch eine Suite von Erzproben aus der Grube Lengenbach, Wallis. Die Sammlung von Erzen aus dem Ausland umfasst Proben von diversen Lagerstättenbezirken, mit Schwerpunkten Südamerika, Mexiko, USA, Deutschland. Wichtige Teile der Erzsammlung sind Geschenke von A. Chabaud (1849-1940, Mineningenieur in Mexiko) und G.C. Amstutz (1922-2005, ehemals Professor in Rolla, Missouri, USA und Heidelberg).

 

Petrographische Sammlungen (ca. 10'000 Exemplare)

Die petrographischen Sammlungen sind teils regional geordnet, teils repräsentieren sie spezialisierte wissenschaftliche Sammlungen. Die wichtigsten Sammlungen sind:

  • Hydrothermal alterierte Gesteine von alpinen Zerrklüften
  • Schweizer Gesteine (Gebiets-spezifisch und Namen-spezifisch)
  • Schweizer Kohlen
  • Systematische Gesteinssammlung (weltweit)
  • Regionale Gesteinssammlungen von spezifischen Gebieten, weltweit
  • Glaziologische Objekte aus der Schweiz (v.a. Findlings-Gesteine aus dem Kt. Bern)
  • Sammlung von „geologischen Phänomenen“ (z.B. sedimentäre und tektonische Strukturen)
  • Diamant-assoziierte Gesteine (Kimberlite, Mantelxenolithe, HP-Metamorphite)

 

Sammlungen von Gesteinen und Mineralien aus Tunneln in den Schweizer Alpen

  • Mineralien des Gotthardstrassentunnels
  • Mineralien des Furkabasistunnels
  • Gesteine des Simplon-Bahntunnels
  • Gesteine des Lötschberg-Bahntunnels (Kandersteg-Goppenstein)
  • Gesteine des Lötschberg-Basistunnels (NEAT), Berner Seite

 

Historische Sammlungen

Eine Reihe von Sammlungen wurden nach der Aquisition in grössere Sammlungen integriert, aber einige historische Sammlungen sind intakt geblieben, so jene von  F. L. Tscharner (Katalog von 1784, beschrieben in Stalder 1984).

 

Externe Objekte, welche dem NMBE gehören

22 Findlinge und sonstige grosse Gesteinsblöcke wurden dem Museum geschenkt, befinden sich aber immer noch am ursprünglichen Ort. So wurden einst solche Blöcke vor der Zerstörung für die Bausteingewinnung bewahrt. Das bemerkenswerteste Exemplar ist der Luegibodenblock bei Habkern BE (46° 43' 15'' N 7° 52' 20''E), ein exotischer Granitblock von 31x28x14 m (geschätzte Masse rund 12'000 t) aus dem tertiären Wildflysch. Dieser Block wurde 1869 vom NMBE für 980.- angekauft, um das Objekt vor der Zerstörung zu schützen.

Mehrere Findlinge und weitere grosse Gesteinsblöcke wurden von ihrem ursprünglichen Standort in den Garten des NMBE versetzt. Eine Beschreibung dieser Objekte ist hier verfügbar.