Kulturelle Institution der Bernburger

Die verschiedensten Sammlungsteile, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts in der Stadtbibliothek ausgestellt waren, wurden 1832 formell im neugegründeten "Musäum" integriert. 30 Jahre später kam das Museum durch einen Vertrag zwischen Staat, Einwohner- und Burgergemeinde Bern ins Eigentum der Burgergemeinde.

Einmalige Trägerschaft

Einmalig ist die Trägerschaft des Berner naturkundlichen Museums. Seit der Zuweisung an die Burgergemeinde bis zum heutigen Tag trägt eine Ortsbürgergemeinde ohne Steuerhoheit dafür die Verantwortung und die finanziellen Lasten. Ab Anfang der 30er-Jahre sind in der siebenköpfigen Museumskommission neben fünf burgerlichen Mitgliedern auch Kanton und Einwohnergemeinde mit je einem Sitz vertreten. Diese beteiligten sich damals mit einem namhaften Betrag am 1932-34 erstellten Museumsbau an der Bernastrasse und entrichten seither jährliche Zahlungen an die Betriebskosten. Allerdings gingen die Beiträge im Lauf der Jahrzehnte auf weniger als 1% des jährlichen Betriebsaufwands zurück. Erst im Jahr 1991 erhöhte der Kanton seinen Beitrag auf derzeit ein Sechstel der Betriebskosten (2010: 7.2 Millionen Franken); dieser Betrag dient zur Deckung der Kosten für die wissenschaftliche Tätigkeit (Sammlungsbetreuung, Beteiligung an Forschung und Lehre der Universität Bern).Der gesamte Aufwand für den Ausstellungsbetrieb und die weitere Öffentlichkeitsarbeit geht nach wie vor zu Lasten der Burgergemeinde.

Burgergemeinde Bern

Die Burgergemeinde Bern ist in ihrer heutigen Form ein Kind des 19. Jahrhunderts, doch reichen ihre Wurzeln bis ins Mittelalter zurück. In der bis 1798 bestehenden alten Republik Bern, dem grössten Stadtstaat nördlich der Alpen, stellte die Burgerschaft den vollberechtigten Teil der städtischen Bevölkerung dar.