Einzigartiger Mars-Meteorit wird in Bern untersucht

Datum: 
1. Juli 2013
Einzigartiger Mars-Meteorit wird in Bern untersucht

Gut hundert Mars-Meteoriten sind weltweit bekannt – jüngst ist in der Sahara das erste Exemplar entdeckt worden, das aus verschiedenen Gesteinsarten besteht. Eine wissenschaftliche Sensation. Das Naturhistorische Museum Bern hat ein Stück von «Black Beauty» ankaufen können. Die Forschungsarbeiten an diesem weltweit beachteten Fund laufen nun an und könnten unser Verständnis vom roten Planeten verändern. «Dieser Stein wird die Mars-Forschung noch Jahrzehnte beschäftigen», ist Beda Hofmann, Meteoriten-Forscher und Chefgeologe des Naturhistorischen Museums, überzeugt. 

Für den Laien sind es bloss zwei hübsche schwarze Steine – für einen Meteoritenforscher sind sie eine wissenschaftliche Sensation: Das Naturhistorische Museum der Burgergemeinde Bern hat zwei Stücke eines einzigartigen Mars-Meteoriten ankaufen können. 

 

Funde von Mars-Meteoriten sind bereits ein sehr seltenes Ereignis: Gut hundert Exemplare sind weltweit bekannt (zum Vergleich: 45 746 Meteoriten tragen eine gültige Bezeichnung, Stand heute) Bisherige Funde von Mars-Meteoriten bestanden aber jeweils nur aus einer Gesteinsart. NWA 7906 und NWA 7907, wie die Steine offiziell heissen, sind anders als alle Mars-Meteoriten, die bis zum heutigen Tag gefunden wurden: Sie weisen verschiedene Gesteinseinschlüsse auf - geologisch werden sie daher als Brekzie bezeichnet. Erste Untersuchungen haben zudem gezeigt, dass der Wassergehalt weit höher ist als in anderen Mars-Meteoriten. Gerade diese Tatsache ist wissenschaftlich von hohem Interesse: Wo Wasser ist, bestünde zumindest theoretisch auch die Möglichkeit auf organische Spuren zu stossen – und den Nachweis von Leben auf dem Mars zu erbringen. 

 

Der Meteorit stammt aus dem Gebiet der Westsahara. Anfang des Jahres berichteten US-Forscher im renommierten Fachmagazin «Science» über die Entdeckung von «Black Beauty» - so der Übername des einzigartigen kosmischen Gesteinskörpers. Dank seines ausgezeichneten Netzwerks ist es Beda Hofmann, dem Leiter der Abteilung Erdwissenschaften des Natuhistorischen Museums Bern, gelungen, an zwei Stücke des weltweit beachten Fundes zu gelangen. Mit 47,7 und 29,9 Gramm haben diese eine beachtliche Grösse - um etliches grösser als das Exemplar, das den US-Forschern zur Verfügung steht. Ein rund zehnköpfiges Team um Beda Hofmann wird die beiden Steine nun untersuchen. 

 

Hofmann erhofft sich, dank des Mars-Meteoriten bedeutende Erkenntnisse zu gewinnen: «Dieser Stein wird die Mars-Forschung noch Jahrzehnte beschäftigen. Noch können wir über mögliche Ergebnisse nichts sagen. Aber bestimmt wird uns dieser Meteorit Erkenntnisse liefern, die uns bisher verborgen blieben. ,Black Beauty' könnte unser Verständnis vom roten Planeten verändern.»

 

165 000 Franken kosten die beiden Meteoritenstücke. Dank dem grosszügigen Engagements des Museumsvereins des Naturhistorischen Museums ist ein Ankauf des sensationellen Fudnes möglich geworden: Der Verein übernimmt 80 000 Franken. Zwischen 20 000 und 30 000 Franken kann das Naturhistorische Museum selber beisteuern. Für den restlichen Betrag sucht das Museum nun nach Sponsoren. 

 
 
·         Bei Verwendung des Foto s«Marsmeteorit_BedaHofmann» bringen Sie bitte den Hinweis «Lisa Schäublin/NMBE» anBei Verwendung des Fotos «BBsec» bitte den Hinweis «NMBE». Dieses zeigt einen Querschnitt von NWA 7906.