Warum gibt es viel mehr Papageien in Südamerika als in Afrika?

Datum: 
25. April 2014
In Afrika gibt es 19 Papageien-Arten, in Südamerika dagegen 164. Warum diese grosse Differenz? Der Ornithologe Manuel Schweizer vom Naturhistorischen Museum Bern hat in seiner Studie herausgefunden, dass Berge und andere Hindernisse zu der grossen Artenvielfalt in Südamerika geführt haben. 
 
Der Graupapagei stammt aus Afrika, die Aras aus Südamerika. Die zwei bekanntesten Papageien-Vertreter bewohnen nicht nur unterschiedliche Kontinente, sie sind auch einer ganz anderen Konkurrenzsituation ausgesetzt: Während der Graupapagei eine von lediglich 19 Papageien-Arten in Afrika ist, teilen sich die Aras den Kontinent mit über 160 anderen Papagei-en-Arten. Manuel Schweizer vom Naturhistorischen Museum Bern ist ein ausgewiesener Papageien-Spezialist. Er ist nun der Frage nachgegangen, woher die grosse Differenz bei der Artenvielfalt rührt. 
 
In seiner wissenschaftlichen Arbeit, die soeben in der renommierten Wissenschafts-Zeitschrift «Journal of Biogeography» erschienen ist, zeigt Schweizer an einem konkreten Beispiel auf, wie Artenvielfalt entsteht. Ein Hauptgrund für die grössere Vielfalt in Südamerika sieht Schweizer darin, dass der Kontinent durch die Andenfaltung (Start vor 15 Mio. Jahren) einen viel dynamischeren Lebensraum darstellte. Durch die Auffaltung der Gebirgskette entstanden unterschiedliche klimatische Bedingungen und es bildeten sich neue Lebensräume – etwa Trockengebiete zwischen den Regenwald-Zonen. Dies spaltete Populationen auf, die sich zu eigenen Arten entwickelten. Zusätzlich entstanden Arten aber auch durch die Anpassung an die veränderte Umwelt. In Afrika dagegen veränderten sich die Lebensräume wohl weniger dynamisch, da die Gebirgsbildungen grösstenteils abgeschlossen waren. 
 
Weitergehende Informationen finden Sie in der anhängten Pressemitteilung.