Sonderausstellung «Tierschmuggel – tot oder lebendig» eröffnet am 27. November 2015

Datum: 
3. November 2015

Es ist leider ein Thema von trauriger Aktualität: Die Wilderei tobt derzeit in bisher ungekanntem Ausmass. Die neue Sonderausstellung «Tierschmuggel – tot oder lebendig» (27. November 2015  bis 26. Juni 2016)  zeigt die Abgründe des brutalen und lukrativen illegalen Handels mit Tieren, wirft aber auch gängige Vorstellungen über den Haufen. 

 
Vor acht Jahren töteten Wilderer in Südafrika 13 Nashörner. Im letzten Jahr waren es schon 1215 Tiere. Das ist eine Zunahme von 9346 Prozent.
 
Alle 24 Minuten wird ein afrikanischer Elefant gewildert. 
 
Weltweit existieren weniger Tiger, als das Emmentaler Dorf Sumiswald Einwohner hat. 
 
Wilderei und Schmuggel ist ein gewichtiges Problem und ein gewaltiges Geschäft. Geschätzte 10 bis 20 Milliarden Dollar Umsatz machen organisierte Verbrecherbanden mit bedrohten Tier- und Pflanzenarten. Nur der illegale Drogen- und Waffenhandel sind umsatzstärker. Terror und Bürgerkriege werden mit Wilderei finanziert. Das bedroht den sozialen und wirtschaftlichen Fortschritt ganzer Staaten. Afrika wird ausgeplündert wie ein Selbstbedienungsladen. Und wofür? In Asien schreibt die traditionelle Medizin etwa dem Nashorn  eine magische Wirkung zu. Es wächst eine wohlhabende Mittelschicht heran – mit ihr die Nachfrage nach tierischen Statussymbolen. 
 
In dieses globale Geschäft ist die Schweiz ebenfalls verstrickt. Schmutzige Geldflüsse und illegale Ware erreichen auch unser Land. Ein Hotspot ist unser Land im legalen Handel: Die Schweiz ist hinter Singapur der grösste Umschlagsplatz für Reptilleder. Die heimische Uhrenindustrie vertreibt jährlich eine Million Armbänder in alle Welt. Der legale Handel kann wildlebende Arten retten, er birgt aber auch seine Schattenseiten.
 
Die Ausstellung «Tierschmuggel – tot oder lebendig» zeigt eindrückliche Objekte, die am Zoll konfisziert wurden und in der Asservatenkammer des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen gelandet sind.  Sie beleuchtet Hintergründe – und hinterleuchtet Vordergründiges: Nicht allen Elefanten geht es schlecht. Nicht jeder Tierart, die unter Schutz gestellt wird, geht es danach besser. Und Tierliebe schadet manchmal der Natur.  
 
 
Medienkonferenz und Ausstellungsbesichtigung
26. November 2015, 11 – 11.45 Uhr, danach Apéro
Naturhistorisches Museum der Burgergemeinde Bern, Bernastrasse 15, 3005 Bern
 
Es sprechen: 
Hans Wyss, Direktor Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV)
Mathias Lörtscher, Leiter Artenschutz BLV
Christoph Beer, Direktor NMBE
Jürg Nigg, Leiter Gestaltung NMBE
Dora Strahm, Kuratorin NMBE
 
Anmeldung bis 20.November auf simon.jaeggi at nmbe.ch