Sonderausstellung «Rock Fossils» eröffnet

Datum: 
18. März 2015
18. März bis 31. Mai 2015

Die heimliche Liebelei zwischen Paläontologie und harter Rockmusik

Am 18.März hat im Naturhistorischen Museum der Burgergemeinde Bern die spektakuläre Ausstellung «Rock Fossils» begonnen – mit einem exklusiven Konzert der international bekanntesten Band der Schweiz: Eluveitie. Die 300 glücklichen Zuschauer haben ihr Ticket bei einer Verlosung ergattern können. Wer kein Glück hatte: Auch das Rahmenprogramm bietet eine packende Mischung zwischen harter Musik und harten Fakten über Fossilien. 
www.rockfossils.ch
 
Es gibt Wissenschaftler, die neuen, bislang unbekannten Tierarten Namen geben, die einen Bezug auf den Fundort oder die Form haben. Und es gibt Wissenschaftler, die widmen eine neue Art ihrem liebsten Rockstar. Und offenkundig gibt es gerade in der Paläontologie eine Menge Wissenschaftler, die nicht nur Fossilien lieben, sondern mit derselben Leidenschaft der Rockmusik frönen – der harten Rockmusik. Die Sonderausstellung «Rock Fossils – Ja, es ist Liebe!» lüftet diese bislang verdeckt gehaltene Liebelei der Naturwissenschaften. 
 
Die Sonderausstellung stellt 36 Fossilien vor – und die Rock-Legenden, die ihnen den Namen verpasst haben. So haben AC/DC, Lemmy von Motörhead, Ramones, Beatles, Rolling Stones und die Sex Pistols ihren Platz in der Erdgeschichte eingenommen. 
 
Die Ausstellung wurde erstmals im Geomuseum in Faxe (DK) gezeigt. Dort sorgte sie für weltweites Aufsehen, gerade in der Metal-Szene. Das Naturhistorische Museum der Burgergemeinde Bern (NMBE) hat die Ehre, die Ausstellung als erstes Haus ausserhalb Skandinaviens zu zeigen – etwa noch vor dem Museum für Naturkunde in Berlin. 
 
Inzwischen hat die Ausstellung prominenten Zuwachs erhalten: Das kürzlich entdeckte Fossil eines Urahns der Flusspferde, das aufgrund seiner vollen Lippen nach Mick Jagger benannt worden ist, wird zum ersten Mal zu sehen sein. 
 
Eine substanzielle Erweiterung erfährt die Ausstellung aber durch das Naturhistorische Museum Bern selber: Die Paläontologen des Hauses widmen eine bislang unbekannte Seeigel-Art der Band Eluveitie. Bei Paracidaris eluveitie handelt es sich um einen 160 Millionen Jahre alten, kürzlich im schweizerischen Jura (Auenstein, AG) entdeckten Stachelhäuter, der mit den Ornamenten seines Gehäuses an die Verzierung keltischer Schmuckgegenstände erinnert. Beim Bandnamen Eluveitie handelt es sich um die etruskische Form des keltischen Wortes Helvetios («Der Helvetier»). 
 
Zum Dank eröffnet die international erfolgreichste Schweizer Band der Gegenwart die Ausstellung mit einem exklusiven Akkustik-Konzert am 18. März. Die circa 300 Tickets wurden im Vorfeld verlost. Der Ansturm war riesig: Mehr als doppelt soviele Eintritte hätten vergeben werden können. Den Vorzug erhielten Fans, welche die besten Begründungen lieferten, warum sie zu den Auserwählten gehören sollten. Ein Fan etwa will aus Australien anreisen. Und auch der emeritierte Archäologie-Professor Felix Müller wird den Gig besuchen – er beriet die Band vor Jahren, als sie nach ihrem Namen suchte. 
 
Vor 30 Jahren veröffentlichte die deutschen Metal-Urgesteine Accept das Album «Metal 
Heart» – es gilt in der Szene als echter Heavy-Metal-Klassiker. Auf dem Cover prangt die Skulptur «Metal Heart». Die Band stellt dem Museum das legendäre Metal-Herz exklusiv zur Verfügung. Es unterstreicht perfekt das Leitmotiv der Ausstellung «Rock Fossils»: Ja, es ist Liebe! Die Gestalter des NMBE haben in der Ausstellung neue Elemente hinzugefügt – etwa eine geologische Zeitskala mit Plattencover und Fossilien. Auch hat die Schau einen neuen, attraktiven Look verpasst bekommen. 
 
Plattenladen in der Ausstellung und Führungen mit DJ und Bar
Das Rahmenprogramm stellt einen wichtigen Teil der Sonderausstellung dar. Neben den Konzerten wird samstags und sonntags ein Plattenladen in der Ausstellung geöffnet sein – unterhalten wird er von Rathouse Records aus Bern. Die Besucherinnen und Besucher können sich in der Ausstellung mit authentischem Merchandising eindecken – wie es sich in der Heavy-Metal-Szene gehört. Verkauft werden etwa T-Shirts, Schallplatten und Posters. Zudem wartet das Rahmenprogramm mit unkonventionellen Führungen auf. «Stage Dive» lautet der Titel:  Die Besucherinnen und Besucher können in einen wissenschaftlichen Aspekt des Themas eintauchen, sich dabei die passende Musik anhören und an der Bar ein Bier trinken. 
 
 
Film (YouTube): 
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