«Hilfe, es lebt!»

Datum: 
9. Januar 2014

Das Naturhistorische Museum Bern ist in der Liga der Grossen angekommen und hegt gewagte Pläne

 

Das Naturhistorische Museum Bern hat im letzten Jahr 118’303 Besucherinnen und Besucher verzeichnen können. Damit kann sich das Haus in der Liga der grossen Museen etablieren. Im neuen Jahr hegt das Naturhistorische Museum ambitiöse Pläne: Zum 200. Todestag von Barry wird es dem legendären Rettungshund eine eigene Dauer-ausstellung widmen. Zudem wird das NMBE noch mehr Ausgeh- und Kulturstätte werden: Es eröffnet zum Beispiel eine Bar – ein einzigartiges Unterfangen in der Museumslandschaft. 

Bereits zum dritten Mal hintereinander konnte das Naturhistorisches Museum Bern die Schwelle von 100’000 Eintritten knacken – in der Museumswelt eine magische Grenze. Mit 118’303 Besucherinnen und Besucher im Jahr 2013 hat sich das Naturhistorische Museum in der Liga der grossen Museen der Schweiz etablieren können. Die Besucherzahl ist im Vergleich zum Vorjahr zwar etwas gesunken (127’946 Eintritte), 2012 war aber in der Geschichte des Hauses ein absolutes Rekordjahr, geprägt durch die starke Anziehung der neuen Planggenstock-Ausstellung. Dass wir ohne «grosse Kiste» und trotz langanhaltendem Sommer ein solches Ergebnis erreichen, werten wir daher als grossen Erfolg. 
 
Erfreulich sind auch die Ergebnisse einer breit angelegten Besucherbefragung, die anlässlich der «Gratis ins Museum»-Aktion der Stadt Bern durchgeführt wurde. 75 Prozent der Befragten gaben an, dass ihnen der Museumbesuch «sehr gut» gefallen habe (24% «gut») – damit stehen wir an der Spitze der beteiligten Berner Museen (Download siehe unten). 
 
Das neue Jahr wird im Zeichen des berühmtesten Bewohners des Naturhistorischen Museums stehen: Barry. 2014 jährt sich der 200. Todestag des legendären Bernhardinerhundes. Wir widmen Barry eine eigene Dauerausstellung (Eröffnung 13. Juni 2014). Die Ausstellung behandelt die Legenden, die sich um den Rettungshund ranken – was ist Realität, was ist Mythos? Das Museum erhofft sich durch den grösseren Auftritt für Barry, das Haus für Touristen noch attraktiver zu machen. Im Schweizer Museum für Wild und Jagd im Schloss Landshut (betreut vom NMBE) wird sich die diesjährige Sonderausstellung dem Thema Jagdhunde annehmen (Eröffnung 11. Mai 2014). 
 
Neues Kulturlabel: «Hilfe, es lebt!»
Das Naturhistorische Museum Bern steht im Wandel. Durch die Barry-Ausstellung verschwindet der ehemalige Bereich für Sonderausstellungen. Mittelfristig planen wir aber eine weit grössere, neue Zone zu schaffen, die ab 2016/2017 für Sonderausstellungen zur Verfügung steht (1000qm). Im Neubau werden wir zwei bisher vermietete Stockwerke übernehmen. Das NMBE hegt ambitiöse Pläne: Es will das Naturmuseum der Schweiz werden – und mehr zeitlich begrenzte, kühnere Ausstellungen veranstalten. 
 
Teil der neuen Strategie ist auch, sich als Kulturstätte und Ausgehort zu etablieren. Neu schafft sich das Naturhistorische Museum ein Kulturlabel mit dem Titel «Hilfe, es lebt!» (siehe Beilage Halbjahresprogramm). Bereits jetzt finden im NMBE regelmässig Anlässe statt – wie etwa die enorm beliebte satirische Vorlesung «Winterbergs Überstunden» (alle 15 Vorstellungen im letzten Jahr waren ausverkauft). Für 2014 schaffen wir neue Gefässe: 
  • So wird am 14. März die «Bar der toten Tiere» eröffnet. Ein schöner, klassischer Barbetrieb inmitten der dunkelromantischen Kulisse des Museums – in der Museumslandschaft ein einmaliges Wagnis. Betrieben wird die Bar in Zusammenarbeit mit Flo Eichenberger (Sous-Soul). Die Bar der toten Tiere wird vorerst fünf Mal jeweils freitags betrieben und hat von 21 bis 2 Uhr geöffnet – nach dem ersten Versuch wird entschieden, ob sie im Herbst weitergeführt wird. 
  • Am 9. Februar startet «Durch die Gänge». Das Gourmetrestaurant Eisblume Worb tischt an vier Sonntagabenden ein exklusives Menu in der historischen Afrika-Ausstellung auf. Drei Abende sind bereits ausgebucht. Auch hier handelt es sich um ein Pilotprojekt, das eventuell weitergeführt wird. 
  • Im Rahmenprogramm von  «C’est la vie» treten Matto Kämpf (26.-28. März) und Gabriel Vetter (5. - 7. Nov) mit exklusiven Programmen auf. 
 
2013: Eine Ära endet, die Kleinen entdecken und das Museum streckt seine Fühler aus
Höhepunkt im vergangenen Jahr war die Sonderausstellung «Cortège des affiches» von Claude Kuhn, die bis letzte Woche lief. Der Berner Plakatkünstler und Ausstellungsmacher hat vierzig Jahre lang am Naturhistorischen Museum gearbeitet. Mit der Rückschau auf sein Lebenswerk ging auch eine Ära zu Ende. Die Vernissage zur Ausstellung war ein farbiges, schräges Fest und zog 500 Leute an.  
 
Seit 25 Jahren verfügt das Naturhistorische Museum über ein Team von Museumpädagogen. Zudem steht den jüngeren Besuchern seit zehn Jahren die Entdecker-Ecke zur Verfügung, in der sie sich auf spielerische Weise Naturthemen nähern können. Insgesamt tummelten sich seit 2003 über 200’000 Besucher in der Entdecker-Ecke. Zudem konnte das Museum letztes Jahr 1088 Schulklassen, 12’571 Schüler und 49 Kindergeburtstage zählen. 
 
Das NMBE streckt seine Fühler in die Stadt aus – mit der Eröffnung des Matte-Satelliten. In der historischen Litfasssäule und ehemaligen Telefonkabine haben wir im November 2013 eine Wunderkammer eingerichtet, die Passanten mit wechselnden Mini-Ausstellungen erfreut. Im März kommt ein Satellit in einem ehemaligen WC an der Wyler-Busstation dazu. 
 
Kontakt: Simon Jäggi, simon.jaeggi@nmbe.ch, 031 350 72 97 
 
Pressetext: 
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