Der grösste «Ghüdersack der Stadt» ist gestohlen worden

Datum: 
4. Februar 2014
Er war ein Blickfang: Das Naturhistorische Museum Bern hat die Litfasssäule im Mattequartier mit einem überdimensionalen Abfallsack eingepackt. Übers Wochenende ist der Sack entwendet worden. Das Naturhistorische Museum Bern bittet um Rückgabe des «Ghüdersacks». 
 
Das Naturhistorische Museum Bern bespielt seit letzten November die historische Litfasssäule als Satelliten – hier gibt es regelmässig Ausstellungen im Miniaturformat zu bestaunen. Derzeit ist ein präparierter Fuchs in der ehemaligen Telefonkabine zu sehen. Thematisch geht es um wilde Tiere in der Stadt, die sich von den Abfällen der Zivilisation ernähren – zum Beispiel Wildfüchse. Das Gestaltungsteam des NMBE hat die Litfasssäule mit einem 5462-Liter-Abfallsack eingepackt. Der «grösste Ghüdersack der Stadt», wie er in der Matte genannt wurde, besteht aus Stoff und wurde mit Unmengen von Verpackungsmaterial in Form gebracht. 
 
Für einmal hat nicht der Fuchs die Gans gestohlen – Unbekannte haben den riesigen Abfallsack in der Nacht von Freitag auf Samstag entwendet. Das Naturhistorische Museum befürchtet, dass die Installation, die erst seit zwei Wochen steht, Vandalen zum Opfer gefallen ist. Dass sich jemand ein originelles Kostüm für die Fasnacht besorgen wollte, kann wohl eher ausgeschlossen werden – schliesslich wäre es etwas auffällig, als vier Meter hoher Abfallsack durch die Stadt zu laufen. In Anbetracht der eingeschränkten Verwendungsmöglichkeiten bittet das Museum die Ghüdersack-Diebe um Rückgabe. 
 
Ungeachtet des unschönen Vorfalls hält das Naturhistorische Museum an seinem Satelliten-Konzept fest – und will die Passanten weiterhin mit kleinen Installationen erfreuen. Im März eröffnet das NMBE an der Bus-Haltestelle Wyler einen zweiten Satelliten.