Tiere in der Stadt

Die Ausstellung handelt von tierischen Meistern der Anpassung in unseren Städten. Anstatt in Wald und Wiesen nach Mäusen und Würmern zu suchen, bauen wilde Tiere in Städten ihre Nester an lärmigen Kreuzungen, stöbern auf Trottoirs nach Essbarem oder brüten in Blumenkisten auf dem Balkon.

Zeichen einer gestörten Natur?

Solches Verhalten widerspricht unserer Vorstellung von Mutter Natur und löst gemischte Gefühle aus. Die einen sehen in den städtischen Wildtieren Vorboten einer Rückeroberung, für andere sind sie Zeichen einer gestörten Natur. Die in der Ausstellung gezeigten Tiere stehen stellvertretend für alle Karrieristen des Tierreichs: Fuchs, Steinmarder, Turmfalke, Saatkrähe und Kolkrabe haben etwas gemeinsam: Sie sind enorm anpassungsfähig und können ein vielfältiges Angebot an Nahrung und Lebensräumen nutzen. Sie sind deshalb in der Lage, sich im Siedlungsgebiet zu behaupten und in der unmittelbaren Nähe des Menschen zu leben. Sie sind als "Fuchs", "Marder", "Krähe" und "Raubvogel" den meisten irgendwie bekannt als Tiere aus Wald und Wiese. Ihre Existenz als "wilde Tiere in der Stadt" ist hingegen ein Naturphänomen, das für die wenigsten Menschen selbstverständlich ist.

Den Tieren, die den Sprung in die Zivilisation geschafft haben, ist die Diskussion um ihre Natürlichkeit herzlich egal. Die Gründe, weshalb sie die Stadt als Lebensraum gewählt haben, sind handfest und leicht nachvollziehbar: Reichliche Nahrung, unzählige Verstecke und geschützte Kinderstuben. Die wilden Tiere in der Stadt lernen schnell, können sich den unterschiedlichsten Lebensbedingungen anpassen und lassen sich durch die Anwesenheit der Menschen nicht abschrecken.

Bewusster Kontrast zum "Heimatmuseum"

Für Konzept und Realisation der Ausstellung zeichnen die Zoologin Dora Strahm und der Gestalter Jürg Nigg, beide Mitarbeitende des Naturhistorischen Museums Bern, verantwortlich. Sie ist gedacht als Ergänzung zu den Dioramen mit einheimischen Säugetieren und Vögeln - dem "Heimatmuseum" aus den 1940er-Jahren -, welches in idyllischen Lebensbildern eine heile ländliche Umwelt zeigt. Die in bewusstem Kontrast gestaltete Ergänzung führt dem Betrachter den drastischen Wandel unserer Landschaft und der darin lebenden Tierwelt auf überraschende und auch spasshafte Weise vor Augen.

(Text: Dora Strahm)

"Von Tieren und Menschen"

Auch das Schloss Landshut thematisiert in der Ausstellung "Wild und Mensch in der Kulturlandschaft" das folgenschwere Aufeinandertreffen von "zivilisiertem" Mensch und "wilder" Natur.

Weitere Informationen

Die Pressemitteilung zur Ausstellung "Anpasser und Alleskönner" mit weiteren Hintergrundinformationen können Sie sich hier (pdf-Version) herunterladen.