Käfer - ihre Farben und Formen

04.04.1996 - 07.07.1996


Die Käfer sind mit mehr als 350´000 bekannten Arten die formenreichste Gruppe im weiten Bereich der Natur. Sie zeigen eine kaum überschaubare Fülle von gestalterischen Müglichkeiten, einen ungeahnten Reichtum an Farb- und Form-Kombinationen. Riesen und Zwerge, Allesfresser und Feinschmecker, Fussgänger und Schwimmer, farbstrotzende Prachtexemplare und unscheinbare Individuen gehüren dazu.


Seit jeher verbindet eine Hassliebe die Käfer mit den Menschen. Das schädigende Verhalten einiger Käfer dürfte dem Menschen schon immer missliebig gewesen sein. Zahlreiche treffende Namen weisen auf die müglichen Gefahren hin: Kartoffelkäfer, Brotkäfer, Kornkäfer, Reismehlkäfer, Pelzkäfer, Hausbock, Museumskäfer und andere mehr. Doch es war und ist der Mensch selber, der mit landwirtschaftlichen Monokulturen und Vorratshaltung vielen Käferarten ideale Lebensbedingungen geschaffen hat. Rasch war denn auch der Begriff "Schädling" zur Hand. Doch die Natur kennt keine Schädlinge; auch ein Schmarotzer hat seine natürliche Funktion.

Einige Käfer wurden schon in historischen Zeiten von den "Büsewichten" gesondert und erfuhren eine emotionale bis gar religiüse Verehrung. Den alten Ägyptern war der Pillendreher heilig, was sich sogar in seinem wissenschaftlich-lateinischen Namen Scarabaeus sacer niedergeschlagen hat. Der Marienkäfer gilt selbst in unserer heutigen aufgeklärten Zeit weiterhin als Glücksbringer. Und allen Umweltbelastungen zum Trotz ist dem guten alten automobilen Käfer eine gewisse Sympathie nicht abzusprechen.

Die meisten Käfer leben unscheinbar. So entgeht uns vielfach ihr enormer Farben- und Formenreichtum. Besondere Strukturen der Kürperoberfläche, die eine physikalische Lichtbrechung bewirken, rufen spektakuläre Regenbogen- und Schillerfarben hervor. Zusammen mit den eingelagerten chemischen Pigmenten resultiert daraus die breite und uns so beeindruckende Farbpalette der Käfer. Ebenso vielseitig bis extravagant sind die Formen der Kürper und Kürperanhänge der Käfer. Dabei dürfte kein Kürperteil von diesem Formenreichtum ausgeschlossen sein: Beine werden zu Lauf-, Grab-, Sprung- oder Schwimmbeinen, Mundwerkzeuge passen sich an für Vegetarier oder Räuber. Die Antennen, die etwa bei den Bockkäfern ein Mehrfaches der Kürperlänge einnehmen künnen, sind fädig, keulig, geblättert oder geisselartig. Die Augen sind bei blinden Hühlenkäfern vollständig reduziert oder sind bei anderen Arten gigantische Komplexe mit bis zu 30´000 Fazetten pro Auge!

Die Ausstellung "Käfer - ihre Farben und Formen" will uns den unglaublichen Reichtum der Käferwelt an einheimischen und exotischen Beispielen näher bringen. Sie müchte uns anregen, auf unseren Spaziergängen und bei unseren Beobachtungen im Garten etwas länger zu verweilen und diesen meist kleinen Tieren vermehrt Aufmerksamkeit zu schenken.


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Herstellung der Sonderausstellung:
Zoologisches Museum der Universität Zürich.

Konzept und Texte:
G.Bächli, Fotos: D. Räthlisberger,

Gestaltung:
P. Brauchli und E. Schmuki.

Inhalt:
Die Ausstellung besteht aus 17 futuristischen Korpussen mit insgesamt 51 Kleinvitrinen.
Zwei grosse Themenbereiche sind ihrerseits weiter unterteilt: Biologie (Körperbau, Entwicklung, Lebensweisen, kulturhistorische Aspekte usw.) und Systematik (wichtige Käferfamilien wie Laufkäfer, Blattkäfer, Bockkäfer, Blatthornkäfer, Kurzflügler, Prachtkäfer und andere mehr werden in Wort und anschaulichen Präparaten vorgestellt).

Begleitprogramm:
Abendführung in der Ausstellung: 17. April 1996; 18.15 Uhr
Abendexkursion an die Aare "Was kreucht denn da?": 19. Juni 1996; 18.15 Uhr (nur bei guter Witterung)
An der Kasse erhältlich:
- Führer zur Sonderausstellung Fr. 15.-
- Broschüre "Vielfalt der Insekten" Fr. 6.-
- Insekten-Kunstkarten (Max Heuberger):
- ein umfassendes museumspädagogisches Angebot.

Kontaktperson: Dr. Charles Huber
Naturhistorisches Museum der Burgergemeinde Bern
Abteilung Wirbellose Tiere
Bernastrasse 15, 3005 Bern.