200 Jahre Barry

09.06.2000 - 25.02.2001

Barry: Eine Legende wird 200-jährig


Wer kennt ihn nicht, unseren Nationalhund den Bernhardiner? Symbolisiert er doch weltweit die Schweiz. Der Bernhardiner, oder St. Bernhardshund, wie er auch genannt wird, verdankt seine Sonderstelle innerhalb der schweizerischen Hunderassen dem weltweiten Ansehen von Barry, dem berühmtesten aller St. Bernhardshunde.

Barry lebte von 1800 bis 1812 auf dem Hospiz des Grossen St. Bernhards in über 2400 m Höhe. In diesen zwölf Jahren soll er mehr als 40 in Bergnot geratenen Menschen das Leben gerettet haben. 1812 wurde er auf Wunsch des Priors nach Bern geleitet und nach seinem Tod im Jahr 1814 präpariert "... dass dieser treue Hund, der so vieler Menschen Leben rettete, nach seinem Tod nicht so bald vergessen sein wird." Das Andenken an seine Taten ist denn auch wachgeblieben und sein Name ist weltweit unter Hundefreunden bekannt geworden. Barry steht heute an einem Ehrenplatz im Eingang des Naturhistorischen Museums Bern. Seine Ausstrahlung hat trotz der Jahre noch nichts an Glanz verloren; ganz im Gegenteil, wie die zahlreichen Besucher zeugen, die ausschliesslich seinetwegen ins Museum kommen.

Es ist verständlich, dass bei einer derartigen Berühmtheit im Laufe der Zeit Legenden entstehen, die einer sorgfältigen Nachprüfung nicht unbedingt standhalten. Erwähnt sei hier z.B. das Fässchen mit gebranntem Wasser, das er um den Hals getragen haben soll. Aber auch wenn man ihn von derartigen Fabeln befreit, bleibt Barry eine heldenhafte Hundefigur und symbolisiert gleichzeitig das jahrhundertelange Wirken der Mönche auf dem St. Bernhards-Pass.

Zu Ehren seines 200. Geburtstages wird das Naturhistorische Museum der Burgergemeinde Bern im Jubiläumsjahr 2000 vom 9. Juni bis 12. November mit einer Sonderausstellung "200 Jahre Barry" dem Jubilar gedenken. Mit dem Untertitel der Ausstellung "Eine Hommage an die Nase" wollen wir andeuten, dass Barry seinen Ruf seiner feinen Nase verdankt. In diesem Zusammenhang sind denn auch die zusätzlichen Vorführungen mit lebenden Hunden zu sehen. So wird z.B. die Kantonspolizei ihre Arbeit mit den Suchhunden vorführen und Demonstrationen mit Katastrophenhunden werden die schwierige Arbeit im Trümmerfeld zeigen.
Natürlich wird auch der St. Bernhards-Club mit seinen Hunden nicht fehlen.

Barry - das Buch
Erfahren Sie mehr über den legendären Barry in Marc Nussbaumers eindrücklicher Barry-Biographie "Barry vom Grossen St. Bernhard" mit 92 Seiten und 77 Abbildungen (Preis Fr. 24.-), online oder an der Museumskasse erhältlich.

Die Ausstellung umfasst sechs Bereiche:

Historischer Teil:
Der Pass, der Heilige Bernhard, das Hospiz, der Rettungsdienst, die Hunde: über fünf Jahrtausende Geschichte und Legenden blicken uns vom Pass entgegen. Das heutige Hospiz wurde vor annähernd tausend Jahren gegründet, seine vorchristlichen Vorläufer sind noch einmal über tausend Jahre älter. Alle wurden errichtet zum Schutz und Wohl der Reisenden, zum Heil der Gläubigen. Vor dreihundert Jahren kamen dann die Hunde. Wie reist man heute über den Pass; wer kommt uns heute rettend entgegen?

Barry - der Hund:
Was wissen wir vom historischen Barry? Wie sah er denn wirklich aus? Eine umfangreiche ¨ Rekonstruktion zeigt, dass Barry wohl kaum so ausgesehen hat, wie er seit seiner zweiten Aufstellung durch Präparator G. Ruprecht im Jahr 1923 dem Museumsbesucher aus seiner Vitrine in der Eingangshalle entgegenblickt. Wir gehen dem wie und warum nach.

Barry - die Legende:
Hier steht nun Barry in seiner ganzen Pracht und Herrlichkeit! Er erhält zur Ausstellung eine eigene "Festvitrine" und darf sich im strahlenden Licht seines Ruhmes sonnen. Um Barry haben sich seit seinem Tod viele Legenden gebildet. Welche sind wahr, welche nicht? Wir stellen das berühmte Fässchen aus. Ist es echt?

Barry - das Phänomen:
Die Fotografin und Künstlerin Lisa Schäublin zeigt in einer Reportage ihre Interpretation des Phänomens Barry. Barry - das Duplikat: Ein Brienzer Holzschnitzer erschafft an seiner Werkbank eine lebensgrosse Barry-Kopie. Benötigen Sie noch ein repräsentatives Souvenir?

Hommage an die Nase, Teil I:
Worauf beruht der Erfolg von Barry bei seiner Rettungsarbeit? Auf seiner feinen Nase! Hier in einem ersten Teil soll der Geruchssinn einerseits kurz und allgemeinverständlich erklärt werden, andererseits soll das Spezielle dieses Sinnes für die Hunde im Vergleich mit uns Menschen dargestellt werden. Hunde "sehen" mit der Nase. Wir sehen mit unseren Augen. Uns Menschen sagt anscheinend ein Bild mehr als tausend Worte, aber was meint unsere Nase dazu? Sind wir wirklich derart "geruchsblind", wie viele meinen?
Der Seidenspinner riecht mit den Fühlern, Ameisen und Bienen halten ihren Staat mit Duftstoffen zusammen und das Stinktier vertreibt mit Gestank seine Feinde. Wir schnüffeln uns durch die Zoologie des Geruchs.

Hommage an die Nase, Teil II:
100 Kerzen stehen - im Spiegel verdoppelt zu 200 Kerzen - für den Jubilar auf einem langen Geburtstagstisch. Im Tisch integriert befinden sich zahlreiche Monitore, die anhand von kurzen Filmsequenzen verschiedenste Aspekt der Nasenarbeit bei den Hunden beleuchten: Katastrophenhunde, Gebirgssuchhunde, Sanitätshunde, Lawinensuchhunde, Drogenhunde, Sprengstoffhunde, Trüffelhunde, Jagdhunde, etc. Der Tisch wird mit Objekten zu den Themen ergänzt.

Die Eintrittspreise werden für die Dauer dieser Sonderausstellung um CHF 3.- erhöht.

Naturhistorisches Museum der Burgergemeinde Bern,
Bernastrasse 15,
CH-3005 Bern, Schweiz
Tel: +41 31 350 71 11 / Fax: +41 31 350 74 99
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